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Ortho-K

Neue Technologien haben es ermöglicht Contactlinsen zu entwickeln, welche durch Tragen über Nacht dafür sorgen, dass am nächsten Tag ohne Linsen klar gesehen werden kann, so als ob kein Sehfehler vorhanden wäre. Der Rest des Tages bleibt linsenfrei. Erreicht wird dies durch eine orthopädische Wirkung dieser Linsen, welche dem Auge eine neue “sehfehlerfreie” Form gibt (Ortho-K). Das Verfahren kann angewendet werden zur Korrektur von mittleren Kurzsichtigkeiten und geringen Hornhautverkrümmungen (Astigmatismus). Es ist nicht geeignet für Weitsichtigkeit und Kurzsichtigkeit von mehr als 6 Dioptrien.

B-Ortho-Prinzip

Prinzip der Korrektur mittels Nachtlinse (Ortho-K)

Vergleichbar ist das Verfahren mit dem Tragen einer Zahnspange mit deren Hilfe Fehlstellungen der Zähne dauerhaft beseitigt werden. Allerdings gibt es einen wichtigen Unterschied. Während die Zahnspange dauerhaft korrigiert, kehrt die Augenhornhaut infolge ihrer Flexibilität immer wieder in ihre ursprüngliche Form zurück. Die neuen Nachtlinsen müssen deshalb regelmäßig über Nacht getragen werden. Zunächst scheint dies ein Nachteil zu sein, doch in Wirklichkeit liegt hierin ein großer Vorteil gegenüber der Laserbehandlung. Denn das Ergebnis kann von jedem selbst einfach durch Weglassen der Linsen rückgängig gemacht werden. Ein weiterer Vorteil ist die Möglichkeit durch Verändern der Linsengeometrie das Ausmaß der Korrektur anzugleichen. Dies ist z.B. dann erforderlich, wenn die Kurzsichtigkeit zugenommen hat und ein höherer Dioptrienwert korrigiert werden muß.

Gewinn nach Punkten
Zwar wird mit den Nachtlinsen die Korrektur des Sehfehlers herbeigeführt, doch zum Sehen werden die Linsen nicht benötigt. Dies führt zu besonderen Vorteilen bei

  • der PC-Arbeit
  • ungünstigen Wettereinflüssen
  • trockener Luft
  • Sport, insbesondere Wassersport

Immer dann, wenn Contactlinsen bisher gestört haben, gibt es keine störenden Einflüsse mehr.
In den USA setzen einige Spezialisten die Nachtlinsen bei kurzsichtigen Kindern ein, um die Zunahme der Kurzsichtigkeit zu bremsen.
Gegenüber einer Laserbehandlung bestehen zusätzliche Vorteile:

  • Keine Schmerzen
  • Geringere Kosten
  • Kein Gewebeverlust an der Hornhaut
  • Nachträgliche Änderungen sind ohne Risiko möglich
  • Das Ergebnis kann jederzeit rückgängig gemacht werden

Korrektur um Haaresbreite
Die Vorderfläche des Auges ist hauptverantwortlich für unseren Sehfehler. Eine geringe Veränderung der Hornhautform bewirkt drastische Veränderungen des Sehfehlers. Entgegen früherer Ansichten neigen Wissenschaftler heute zu der Meinung, dass es mehrere Einflüsse gibt, welche für das Verschwinden des Sehfehlers verantwortlich sind. Das Korrektionsprinzip mittels stabiler Contactlinsen zielt darauf ab, die Krümmung des Auges im Bereich der Pupille abzuschwächen. Dadurch verringert sich der bei Kurzsichtigkeit bestehende zu hohe Dioptrienwert des Auges. Zusätzlich wird die Gesamtlänge des Auges etwas kürzer, was ebenfalls die Kurzsichtigkeit verringert. Kleine Ursache große Wirkung kann man da nur anerkennend sagen, denn die tatsächlich messbaren Veränderungen betragen lediglich 10 bis 40 Tausendstel Millimeter. Zum Vergleich: ein Haar hat einen Durchmesser von 50 bis 100 Tausendstel Millimetern.

Memory-Effekt
Man nimmt an, dass die Fibrillen der Augenhornhaut diese überspannen wie eine Brücke und eine hohe Flexibilität haben. Im Gegensatz zu einem plastischen Verhalten, bei dem eine Verformung endgültig ist wie z.B. Knete oder Ton, kehren Materialien mit hoher Flexibilität nach Deformation wieder in die ursprüngliche Form zurück. Aus diesem Grund kann durch Weglassen der Nachtlinsen der frühere Zustand und damit auch der frühere Sehfehler wieder hergestellt werden. Ein klarer Vorteil gegenüber der Laserbehandlung!

Nicht für jeden geeignet
Anwendbar ist das Prinzip der Orthokeratologie (Ortho-K) nur bei geringer bis mittlerer Kurzsichtigkeit und geringem Astigmatismus (Hornhautverkrümmung). Abzuraten bzw. nicht anwendbar ist es bei Weitsichtigkeit, Kurzsichtigkeit von mehr als 6 Dioptrien, bei ständig entzündeten Augen und krankhaften Veränderungen der Augen wie z.B. Keratokonus.

Welche Risiken gibt es ?

  • Reizung durch mechanische Belastung
  • Reizung durch falsche Handhabung/Pflege
  • Dezentrierte Korrektionsposition
  • Noch wenig Langzeiterfahrung

Erste Versuche schon vor 40 Jahren
Bereits in den 60er Jahren untersuchte der Amerikaner Jessen, ob es möglich ist mittels stabiler Contactlinsen die Kurzsichtigkeit zu reduzieren. Etwas später gelang es Polse mittels spezieller Anpasstechnik die Kurzsichtigkeit um 0,5 bis 1,0 Dioptrien zu verringern. Da aber seinerzeit moderne sauerstoffdurchlässige Materialien und computergesteuerte Anpassverfahren nicht zur Verfügung standen, konnten die Studien nicht weiter geführt werden. Dies gelang erst in den späten 90er Jahren durch die Verwendung von sogenannten Reverse-Geometrien, bei denen der Abflachungseffekt bereits in die Linse eingeschliffen war und durch das Tragen der Linsen über Nacht. Dies wiederum verlangte ein Material mit mehr als 50% Sauerstoffdurchlässigkeit. Die heutigen Materialien haben sogar eine Durchlässigkeit von 80%. Einen anekdotischen Stellenwert haben Versuche der Chinesen, die Kurzsichtigkeit durch Auflegen von kleinen Sandsäckchen zu reduzieren. Wie erfolgreich dieses Verfahren war, ist nicht bekannt.

Was bringt die Zukunft?
In den USA wird ein Enzym entwickelt, welches den Reduktionseffekt der Nachtlinse permanent machen soll. Dieses Enzym wirkt wie ein Klebstoffhärter. Nachdem für einige Zeit Nachtlinsen getragen worden sind und ein stabiles Ergebnis erreicht ist, wird das Enzym auf die Hornhaut aufgebracht und die Augenhornhaut in der neuen Form ausgehärtet. Noch ist diese Vision Zukunftsmusik und wohl erst in den nächsten 10 Jahren zu verwirklichen
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